Eifersucht hat eine schlechte Kritik. Wir behaften es zunächst negativ.
Zu Recht? Oder kann man der Eifersucht auch etwas Positives abgewinnen ?
Wo sind die Grenzen zwischen Eifersucht als Zeichen von Liebe und Freundschaft oder krankhaftem Misstrauen?
Was empfinden wir, wenn unser Partner beiläufig bemerkt, dass es ihm eigentlich egal ist, wenn wir fremd gehen. Schließlich sind wir doch tolerant und führen eine glückliche Beziehung – und der Loyalität gegenüber uns beiden trägt das ja nichts ab. Wahrscheinlich würden wir mit Panik reagieren: Nein! Wir lieben doch einander und wollen uns diesbezüglich mit niemandem teilen!
Solche Ausschließlichkeit – man nennt es Treue – gehört zur Partnerschaft von Mann und Frau. Diese Treue ist allerdings selbst auferlegt und leider auch eine Momentaufnahme, da wir keine Garantie geben können, sondern nur ein stillschweigendes Bemühen versprechen. Ich finde ein "gesunde Eifersucht" eher stimulierend als abweisend in einer Partnerschaft. Sie zeigt mir auf, dass mir mein Partner nicht gleichgültig ist – das Zusammengehörigkeitsgefühl verstärkt sich und nicht zuletzt bestrebt es mich, meinem Partner frische Aufmerksamkeit entgegenzubringen, ohne Besitzansprüche zu stellen.
Destruktiv ist Eifersucht aber dort, wo sie misstraut. Wo sie hinter jedem Seitenblick des Partners bereits einen Seitensprung vermutet. Dann kommen Vorwürfe und Verdächtigungen auf und vergiften das Beziehungsklima. Liebe und gesunde Leidenschaft lassen nach. Es kommt zu Blockaden bis ins Sexualleben hinein. Krankhaftes Misstrauen ist der beste Nährboden für Seitensprünge – so wird Eifersucht zum Teufelskreis.
Eifersucht hat in manchen Fällen noch tiefere Ursachen und muss sich nicht auf die Beziehung von Mann und Frau beschränken. Sie ist nahe verwandt mit dem Neid und kann sich auf unser gesamtes Umfeld richten.
Und dabei wird man nicht glücklicher! Falsche Eifersucht und Neid zerfressen den inneren Frieden. Sie zwingen uns förmlich zum Nörgeln und machen uns immer ungenießbarer. Das Ende einer Beziehung ist dann absehbar – das anfängliche Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört.
Wie geht ihr damit um ? Tabuthema und abwarten oder agieren und ansprechen ?
In diesem Sinne hoffe ich, dass wir – ob befreundet oder verheiratet – noch eifersüchtig werden können.
;-)
Gruß Rainer