Hallo, vielleicht gibt es ja jemanden da draußen, der mir in/aus meiner momentanen Situation helfen kann.
Ich bin 28, habe einen gut bezahlten Teilzeitjob und bin seit eineinhalb Jahren in einer wunderbaren Beziehung, die von einigen Aufs und Abs geprägt ist, die ich aber für völlig natürlich halte. Eigentlich könnte alles sehr gut laufen und ich sollte zufrieden sein und mich den schönen Dingen des Lebens freuen. Dennoch sitz ich nun hier und mir laufen die Tränen übers Gesicht. Ich habe das Gefühl, daß mir jegliche Lebensfreude von Tag zu Tag mehr verloren geht.
Ich fühl mich leer, kraftlos, ausgebrannt, nicht mehr fähig positive Dinge zu erkennen und zu genießen und verfalle völlig dem Pessimismus. Der Hang dazu war zwar schon immer da, aber es hat mich noch nie so belastet wie im Moment. Wobei ich mich selbst unwahrscheinlich stark unter Druck setze. Der Druck, alles richtig machen zu wollen. Sei es beruflich oder privat. Und je mehr Mühe ich mir gebe, desto schlimmer wird alles. Warum auch immer, aber ich kann noch eine Menge Energie aufbringen, um für die Außenwelt den Schein zu wahren, was mir meistens ziemlich gut gelingt. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem alles über mich einstürzt, ich mich nicht mehr zusammenreißen kann, ich einfach nicht mehr weiter weiß, ich mich wertlos fühle, ich von mir als Person alles andere als überzeugt bin. Ich an mir, so wie ich bin, selbst erhebliche Zweifel habe. Und ich komme dagegen nicht an. Es hat ein wenig von Selbstzerstörung. Dies wirkt sich natürlich auch auf meine Beziehung aus. Natürlich hat mein Partner keine Lust, sich ständig von mir runterziehen zu lassen, gegen meine Schwarzmalerei anzukämpfen und mich immer wieder aufzubauen. Und auch wenn ich es tue, ich kann es nicht von ihm erwarten. Ich bin nicht in der Lage mich mit oder für ihn zu freuen, geschweige denn, ihm für seine Pläne ein wenig Unterstützung zu bieten. Und es macht mich wahnsinnig, daß ich ich nicht weiß, wo dieses Denken und diese Gefühle herkommen. Ich kann sie nicht erklären, da meine Lebensumstände nicht darauf schließen lassen.
Eine gute Freundin hat mir geraten, mal eine Therapie zu machen, da ich einige Dinge aus der Vergangenheit aufzuarbeiten habe, womit sie sicherlich nicht ganz unrecht hat. Aber es muß doch auch anders gehen.