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Neue Artikel: Angelogen, was nun? Untertitel: Verdammtes Nikotin! [Freitag, 15.Juni. 2007 @ 17:26:41 CEST]
Geschrieben am Freitag, 15.Juni. 2007 @ 17:26:41 CEST von Anonymous
Erstellt von Anonymous
Emotionale Intelligenz Ich befinde mich seit fast einem halben Jahr in einer glücklichen Beziehung. Dazu muss ich sagen, dass es sich hierbei um meine erste Beziehung handelt obwohl ich die 20 schon hinter mir gelassen habe und bei meinem Freund besteht derselbe Hintergrund.

Von Anfang an sind wir sehr ehrlich miteinander umgegangen, haben über unsere Wünsche, Bedürfnisse und Sorgen geredet und eigentlich hatte ich das Gefühl, Vertrauen sei der Grundstein unserer Beziehung geworden. Doch nun habe ich erfahren dass er mich seit 3 Wochen anlügt.



Kurz vor Jahresende, als wir noch recht frisch zusammen waren, war mein Freund starker Raucher während ich selbst Nichtraucherin bin. Egal ob wir grade gemütlich irgendwo saßen oder lagen, einen Film schauten oder uns mit Freunden (allesamt NR) trafen, er verspürte regelmäßig das wohl normale Bedürfnis seinen Nikotinhaushalt wieder aufzufrischen und hat sich aus diesem Grund in regelmäßigen Abständen nach draussen verabschiedet um eine Zigarette zu rauchen.

Nun, ich habe ihn als Raucher kennengelernt und ich habe ihm NIEMALS die Pistole auf die Brust gesetzt und verlangt er solle aufhören, vielmehr war es eines Abends soweit dass er wohl wieder den enttäuschten Blick von mir sah weil er mich alleine irgendwo sitzen lassen würde um seine Sucht zu befriedigen. An diesem Abend kam er strahlend wieder zurück, berichtete mir er habe seine Schachtel samt Inhalt vernichtet und verspreche mir aufzuhören.

Ich war von dieser Aktion wirklich beeindruckt, vorallem auch von seinem Willen und der Aussicht ihn zukünftig nicht mehr regelmäßig für 5 Minuten an eine Zigarette verlieren zu müssen.

Relativ regelmäßig habe ich mich beiläufig erkundigt wie es ihm mit der Aufgabe des Rauchens geht, da an seinem Arbeitsplatz viele Raucher sitzen und da er mir auch erzählt hat, die Zigarettenpausen hätten seinen Arbeitsalltag etwas aufgelockert und er schaue immernoch regelmäßig auf die Uhr mit dem Gedanken "Zeit für eine Zigarettenpause". Auch wenn mir nicht klar war was die Aufgabe des Rauchens für Schwierigkeiten mit sich bringt, eben weil ich es selbst nie erlebt habe, war mir doch irgendwo klar dass es eine Herausforderung für ihn werden würde. Jedenfalls antwortete er mir jedes Mal es falle ihm zwar nicht leicht, wäre aber zu ertragen.

Und nun zur aktuellen Situation:

Gestern bin ich auf dem Sofa eingenickt während er noch am PC rumgesurft hat. Als ich wieder wach wurde, merkte ich, dass ich allein im Zimmer war. Nun, ich würde mich eh fürs Bett umziehen müssen, stand auf, und stellte fest, dass er sich nicht in der Wohnung befand, die Wohnungstür jedoch einen Spalt weit offen stand. Seine Schuhe waren weg, die Jacke hing jedoch an ihrem Platz. Ich habe mir erstmal keine großartigen Gedanken gemacht, die Haustür zugemacht, hab mich wie jeden Abend im Bad fertig gemacht und plötzlich kam dann ein leises Klopfen von Richtung Wohnungstür. Ich war etwas irritiert weil normalerweise hörbare Schritte auf der Treppe die Ankunft eines Menschen ankündigten, öffnete die Tür und sah meinen Freund mit seinen Schuhen in der Hand vor mir stehen.

Ich frage ihn "Wo warst Du?" und er antwortet "Vor der Haustür." Ich brauche ein paar Momente, denke darüber nach ob er vielleicht im Kiosk um die Ecke war, doch sein leidender Blick sagt mir "so einfach ist es nicht".

In der letzten Zeit hatte ich wieder einen anderen Geruch an ihm wahrgenommen, er roch besonders stark nach Kaugummi gemischt mit etwas anderem, doch er hatte vor langer Zeit schon mit mir darüber geredet, das Kaugummi-Kauen helfe ihm als Ablenkung vom Wunsch auf eine Zigarette. Ich hatte ihm nicht unterstellt wieder zu rauchen, eben weil ich ihm vertraute und mich nicht mit grundlosen Anschuldigungen lächerlich machen wollte.

Plötzlich pfeifft mir dieser Gedanke in den Kopf, ich schaue ihn eindringlich an und frage: "Wie lange schon?" und er antwortet kleinlaut "Seit drei Wochen."

Das passierte quasi mitten in der Nacht. Ich war unglaublich enttäuscht, versuchte ihm mitzuteilen was in mir vorging, dass er mir das "verdammt nochmal" noch am Abend seiner ersten Zigarette hätte sagen sollen und mich nicht zu belügen. Er erklärte mir, er habe Angst davor gehabt mich wegen seines "Rückfalls" zu enttäuschen und habe gehofft nach ein paar Wochen wieder den Antrieb zu finden aufzuhören ohne mich damit "behelligen" zu müssen.
Ich habe lange Zeit damit verbracht ihm zu erklären dass mir der Rückfall an sich im Vergleich zu der Vertuschung total trivial erscheinen würde und dass ich vielleicht enttäuscht gewesen wäre darüber dass er nicht durchgehalten hat da er es immerhin "für mich" aufgegeben hat, aber das wäre es auch schon gewesen.

Als ich ihn dann fragte was er getan hätte wenn ich ihn in den letzten drei Wochen aufs Rauchen angesprochen bzw es ihm unterstellt hätte, meinte er dann noch, wahrscheinlich hätte er es abgestritten. Da fehlten mir dann die Worte.

Ich habe ihm erklärt dass mein Vertrauen in ihn nun einen ordentlichen Knacks bekommen hat und er konnte in dem Moment auch nicht mehr als mir zu beteuern er liebe mich, es tue ihm schrecklich Leid und er könne mir nicht erklären was da in ihm vorgegangen sei, so zu handeln. Er habe Angst nun etwas kaputtgemacht zu haben.

Nun befinde ich mich im "Morgen danach". Mitten in der Nacht habe ich mich aus dem Bett gestohlen um auf dem Sofa zu schlafen, denn irgendwie hatte ich plötzlich das Gefühl er wäre jemand anders, als habe ich mich in ihm getäuscht, und fühlte mich neben ihm nicht wohl.

Ich weiss nicht was der Tag heute noch bringen wird, wirklich nicht, und vorallem weiss ich nicht wie es nun weitergehen soll. Er hat mich belogen, und das kann und will ich eigentlich nicht einfach so tolerieren.
Wie gesagt handelt es sich hierbei um meine erste Beziehung und ich bin total verunsichert wie ich mich nach diesem Vertrauensbruch verhalten soll oder evtl sogar müsste.

Ich möchte mich schon einmal entschuldigen wenn dieser "Vertrauensbruch" einigen total unwichtig oder trivial vorkommt, da es in dieser Kategorie sicherlich härtere Fälle gibt als ein "Ich rauche wieder und habe es Dir verschwiegen". Dennoch würde ich mich freuen ein paar Kommentare zu meinem Problem lesen zu dürfen die mir eventuell weiterhelfen würden.




 
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Re: Angelogen, was nun? Untertitel: Verdammtes Nikotin! (Punkte: 1)
von cheshirecat am Sonntag, 29.Juli. 2007 @ 19:55:01 CEST
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hi erst mal!

ich denke, in einer längerfristigen beziehung sollte man über so und so viele dinge einfach hinwegsehen. ich weiß, dass sich das jetzt gemein anhört, vor allem weil ich selbst noch nie in einer solchen situation war! aber mal ehrlich: in seinem leben macht jeder irgendeine scheiße mit-und gott gibt einem nur so viel, wie man gerade noch erträgt, oder?;) also, stell ihn noch einmal zur rede und danach lass es gut sein. er ist ein mann, und ich finde, du solltest es ihm zumindest hoch anrechnen dass er auf deine frage ehrlich geantwortet hat! immerhin hätte er dir sonstwas erzählen können. außerdem gab es in eurer beziehung doch mit sicherheit auch viele schöne momente, die man nicht einfach wegen rauchens vergessen sollte. sieh ihm seine macken nach, wir frauen sind ja schließlich auch nicht fehlerfrei, nicht wahr?

also, dann mal liebe grüße und viel glück!


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