Ich (w. 34 J.) bin seit 14 Jahren sehr glücklich verheiratet. Zumindest bis vor kurzem. Wir haben 2 Kinder (3 1/2 J. und 22 Monate). Und irgendwie ist jetzt der Wurm drin.
Seit ca. 3/4 Jahr ist meinem Mann (36) alles zuviel. Er ist ausgebrannt vom Job, die Kinder nerven nur noch und dauernd höre ich mir die Frage an: "Hab ich denn eigentlich kein eigenes Leben mehr?"
Klar geht mein Mann morgens um 5 Uhr aus dem Haus und kommt meist erst abends um 18 Uhr nach Hause. Er ist derzeit Alleinverdiener und hat echt Streß im Geschäft. In letzter Zeit hat er das Gefühl "Niemand" mehr zu sein. Dabei versuche ich echt alles mögliche um ihm das Leben ein bischen einfacher zu machen.
Wenn er Termine ausmacht (z.B. Besuch bei Cousine, Fußpflege, Einladung zum Geburtstag) an aufeinanderfolgenden Tagen, dann kann ich mir einen Kommentar wie: "Dann erklär Du doch bitte den Kindern, dass sie Dich die nächsten 3 Tage nicht sehen werden, weil Du Termine hast" einfach nicht verkneifen. Das paßt ihm absolut nicht. Er kontert dann immer nur mit seinem typischen Spruch: "Hab ich denn kein eigenes Leben mehr, ich kann dein Geschrei und das Gezanke unserer Kinder nicht mehr hören!....". Er hat irgendwie das Gefühl, dass das Leben an ihm vorbei zieht. Andere Leute könnten ja auch Termine ausmachen so wie es ihnen paßt (komischerweise haben die keine Kinder!).
Sämtliche Erklärungsversuche meinerseits, dass es besser wird wenn die Kinder ein bischen größer sind, ..... schlagen fehl. Meine Vorschläge die Termine später zu legen oder nur auf 2 Wochen zu verteilen, sind meist auch nichts. An manchen Tagen kapiert er was ich meine und an anderen Tagen bekommt er voll die Ausraster. Dann schreit er rum und tobt: "Bin ich denn gar niemand mehr, hab ich denn nicht das Recht mein Leben so zu leben wie ich es für richtig halte?".
Er hat das Gefühl dass ich ihn einsperren will, aber das will ich doch gar nicht. Die Kinder hängen halt total an ihm und sind so glücklich wenn ihr Papi da ist. Sie sehen ihn ja nur ein paar Stunden in der Woche. Samstags ist er auch nur morgens da (er arbeitet von mittags bis nachts) und Sonntags ist er meistens todmüde von der anstrengenden Woche.
Monatelang muß ich bitteln und betteln bis die einfachsten Dinge bei uns passieren (z.B. Reifen aus der Abstellkammer holen, Regal befestigen damit sich niemand beim Spielen verletzt....). Es passiert meist nichts, bis ich es dann selbst mache oder mir Bekannte engagiere, die mir dann helfen.
Hat mir jemand einen Tipp? Was kann ich daran ändern? Manchmal hab ich echt das Gefühl das alles irgendwie aus dem Ruder läuft. Ich bin doch auch noch wer. Ich bin 24 Std. am Tag für unsere Kinder im Einsatz. Mach den Haushalt komplett alleine und würde auch nie verlangen, dass er nach 12 - 13 Std. Arbeit zuhause noch mithilft.
Irgendwie klappt bei uns nichts mehr ohne Streß und Meinungsverschiedenheiten (außer im Bett - da läuft alles bestens). Die Situation depremiert mich immer mehr. Ich komme aus diesem Strudel einfach nicht mehr raus. Manchmal möchte ich einfach meine Kinder schnappen und weg hier. Alles stehen und liegen lassen und abhauen. Ich kann das einfach nicht mehr. Ich bin doch auch noch wer!!!
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