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| Beziehung: Beziehungen? Eine Überlebenstrategie! |
[Mittwoch, 13.Februar. 2002 @ 01:17:30 CET] |
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Geschrieben am Mittwoch, 13.Februar. 2002 @ 01:17:30 CET von Kai
Erstellt von Kai |
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Eine liebevolle, erfüllte und dauerhafte Beziehung zu einem anderen Menschen aufzubauen und erhalten, ist wohl einer der schwierigsten Aufgaben im Leben eines Menschen. Wir lernen Lesen und Schreiben, "das ist ein Mercedes", "das ein Polo" und ich spreche 5 Sprachen.
Wie man eine Beziehung führt und lebenswert gestaltet, sodaß sie unseren Bedürfnissen entspricht, das hat wohl jemand vergessen uns beizubringen.
Wir lernen im Leben -am offenen Herzen operieren wir uns - mal freudig und begeistert, mal traurig und schmerzvoll. Das die Eheschliessung eine Wende zur "Ruhe" bedeutet, lernen ist einer der bittersten Wege festzustellen, dass dies ein Irrglaube ist. Beziehungen gibt es wohl in jedem Alter und Lebensphasen. Manchmal treibt uns das "Schicksal" hinein und nicht selten auch nur eigene Dummheit :-)
Wäre es nicht schön, eine stabile Beziehung zu leben, die von gegenseitiger Unterstützung und gemeinsamen Zielen geprägt ist und trotz der eigenen Ängste sich eine vertrauensvolle Intimität entwickeln kann?
Wir glauben oft, dass Sympathie und ein allgemeines Gefühl des Wohlbefindens genügen, um eine Beziehung am Leben zu erhalten. Nun jeder der schon einmal in einer längeren Beziehung war, weiss das dieses auf Dauer nicht genug ist. Was ist das Elexier, das Beziehungen am Leben erhält?
Jeder Partner nennt Verhaltensweisen sein eigen, die den Andern stören oder die er/sie zumindest nicht besonders prickelt findet. Das ist normal und letztlendlich auch nicht unlogisch, denn jeder Mensch hat in seinem Lebens Arten des Ausdrucks, Handlungsformen, Sprech- und Schlafgewohnheiten, usw. entwickelt, die ihn einzigartig und unverwechselbar machen. In der Phase des "rosarotebrilletragens" tendieren wir dazu, uns zusammenzureissen und ersparen dem Gegenüber viele unserer normalen Reaktionen, um nicht beim Partner in "Ungnade" zu fallen. Nun vielleicht gibt es ja so hervorragende Schauspieler, aber ich habe es auf Dauer noch nie geschafft diese Dinge zu unterdrücken (versuche es aus diesem Grunde auch bleibenzulassen :-)). Irgendwann sprudelten diese Dinge aus mir heraus. Jetzt möchte ich nur von meiner Wunschvorstellung sprechen, ich möchte angenommen werden, so wie ich bin, mich aus mir selbst verändere und nicht so, wie man mich vielleicht gerne haben möchte. Miteinander sprechen, Gefühle und Bedürfnisse aüssern hilft einander Verstehen und festigt die Beziehung. Ein gutes Gespräch hilft den Anderen und sich selbst immer wieder neu zu entdecken.
Oft stellt man sich dir Fragen:
Wie glücklich bin ich mit meinem Partner? Wie glücklich ist mein Partner mit mir?
Seltsamerweise ist es die erste Frage, die uns vor die grössten Probleme stellt. Unsere Gefühle sind diffus bis ambivalent. Oft heisst dann die Antwort: "Ich bin nicht unglücklich...", ohne weiterzufragen, warum wir nicht einfach glücklich sind. Gerade darüber mit dem Lebensgefährten zu reden, erscheint es (leider meist uns Männern), als eine unüberwindliche Hürde über unsere Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen.
Letztendlich ist eine Beziehung wie ein sensibles Pflänzchen, damit sie nicht eingeht; braucht sie nicht nur ausreichend Wasser, sondern auch Nahrung, Liebe, Aufmerksamkeit, Zeit und Zuwendung.
Fin
Kai
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| Re: Beziehungen? Eine Überlebenstrategie! (Punkte: 1) von Rainer (rainer.becker2@t-online.de) am Mittwoch, 13.Februar. 2002 @ 12:48:36 CET (Userinfo | Artikel schicken) | Hallo Kai,
muss man uns wirklich lehren, wie wir eine Beziehung zu führen haben ?
Wächst das nicht auch mit unserem Reifegrad während unserer Sozialisation ? Müssen wir da nicht schon sehr früh anfangen ?
Wie hast Du selbst gesagt: Kinder kopieren mehr und sind im frühen Alter rational nicht erreichbar für uns. Demzufolge sollten wir die Beziehung vorleben und nicht lehren.
Warum suchen wir nicht das offene Gespräch zu unserem Partner ? Liegt das am Wandel der Gesellschaft, benutzen wir nur noch "Ellenbogen", um unseres Ziele zu erreichen ? Ist der Rausch aus Kariere im Beruf größer, als Harmonie in einer erfüllten Partnerschaft.
Ich denke nein. Was hier rational rein logisch klingt ist emotional für viele nicht umsetzbar. Die Partnerschaft wird als selbstverständlich angesehen und gerät der Freundschaft gegenüber oft ins Hintertreffen.
Die Frage nach der Zufriedenheit in der Partnerschaft stellen wir uns fast nie. Ich habe das zumindest noch nicht erlebt.
Guter Ansatz, für mich ein lehrendes Highlight in dem Artikel.
Gruß Rainer
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Re: Beziehungen? Eine Überlebenstrategie! (Punkte: 1) von AstridH am Mittwoch, 13.Februar. 2002 @ 20:48:19 CET (Userinfo | Artikel schicken) | "Beziehung leben" kann uns niemand lehren...nicht einmal unsere Eltern...Großeltern...
Sie können allenfalls ein gutes oder weniger gutes Beispiel einer Beziehung vorleben...
Warum gehen heute viel mehr...viel schneller... Beziehungen in die Brüche ???
Ist es nicht so, dass eben genau diese "Vernunftbeziehungen" nicht mehr gelebt werden ???
Das Versorgerprinzip gilt nicht mehr : "Mann versorgt finanziell - Frau versorgt Haushalt, Kinder...man braucht einander...also..."
Heutzutage, wo jedeR seinen Beruf hat, sein Selbstbewusstsein, seine Fähigkeiten erkannt hat, da ist auch jedeR in gewisser Weise Egoist...
Niemand will und braucht "nur" versorgt sein...
Frauen haben sich emanzipiert...Männer haben sich emanzipiert...und der Wille Kompromisse zu schließen ist dabei auf der Strecke geblieben...
Ohne Kompromisse aber ist es unmöglich eine "haltbare" Beziehung zu führen...Alltag bedeutet Kompromiss !!!
Kompromiss - das heißt wechselseitiges Geben und Nehmen - ist allenfalls am Anfang da...
Sobald die himmelhochjauchzenden Glücksgefühle schwinden, schwindet auch die Kompromissbereitschaft...und damit ist die Beziehung über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt...
Wir erkennen dann plötzlich die Schwächen und Fehler des anderen..und vieles, was wir zuvor noch nett und süß fanden, wirkt nun plötzlich nervig und inakzeptabel...
So lange wir nicht einsehen, dass der Partner eben einfach ein Mensch ist, mit Stärken und Schwächen, und dass sich diese Stärken und Schwächen gar nicht mit den eigenen decken können, weil halt jeder Mensch ein Individuum ist, so lange werden wir auch unsere Schwierigkeiten in Beziehungen nicht wirklich lösen können...
Wir müssen lernen das Geben und Nehmen auch über die Anfangszeit hinaus nicht zu vergessen...
..und das kann uns niemand lehren...das kann nur jeder für sich...und das Paar gemeinsam versuchen...
Man sollte sich immer vor Augen halten, wie wir mit unseren Kindern umgehen/umgehen würden...
Kinder sind oft lieb und süß und putzig...und wir lieben sie...
Kinder sind oft ungezogen, laut, wild, nervig...und wir lieben sie...
Egal, was auch immer passiert, welche Fehler sie auch machen, welche Launen sie gerade austragen...wir lieben sie...
...ein Leben lang !!!!
Warum können wir genau diese Nachsicht nicht auch mit unseren Partnern haben ???
Denn genau dann wäre es so viel einfacher...ein Leben lang !!!!
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Re: Beziehungen? Eine Überlebenstrategie! (Punkte: 1) von anubis007 (mrcc.hennig@t-online.de) am Freitag, 09.April. 2004 @ 21:53:26 CEST (Userinfo | Artikel schicken) http:// | Hallo, Kai.
Wie immer, ein Superartikel. Hatte seit jetzt zwei Wochen Zeit, über Beziehungen nachzudenken, denn da hat mich meine Frau 4 Monate vor unserer Silberhochzeit verlassen. Ich frage mich ständig, was ist falsch gelaufen? Sie hat übrigens auch keine Antwort darauf. Aber irgend etwas muss es ja gewesen sein. Eine dritte Person ist als Grund absolut auszuschließen. Heute denke ich, wenn man nicht höllisch aufpasst, verliert man sich am Stress, Routine und Monotonie des Alltags.
Der letzte Abschnitt Deines Artikels ist der wichtigste. Liebe, Aufmerksamkeit, Zeit und Zuwendung. Der Kampf für eine gute und dauerhafte Beziehung muß tagtäglich aufs Neue geführt werden.
Das man eine optimale "Beziehungsstrategie" an seine Kinder weitergeben kann, glaube ich nicht. Denn dafür sind eben alle Menschen zu unterschiedlich und individuell.
Habe übrigens die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Gruß Rainer |
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